Versicherungsratings

Donnerstag, 3. Juli 2014

Fitch Rating: ATLANTICLUX

Fitch stuft ATLANTICLUX's IFS-Rating auf 'BBB+' - Ausblick stabil

Fitch Ratings, London/Frankfurt, 3. Juli 2014: Fitch Ratings hat das Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der ATLANTICLUX S.A. (ATL) von ‚BBB‘ auf ‚BBB+‘ und das Emittentenausfallrating (Issuer Default Rating, IDR) von ‚BBB-‘ auf ‚BBB‘ heraufgestuft. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Gleichzeitig hat Fitch die Ratings der SQ ReVita Value of Business In-Force Transaktion und des Salam III Sukuk-Programms (Islamisches Anleiheprogramm) von ‘BBB-‘ auf ‚BBB‘ heraufgestuft.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Die Heraufstufung würdigt die durchgehend starke Profitabilität der ATL. Das Rating spiegelt das geringfügige Kapitalanlagerisiko und die starke Kapitalausstattung des Versicherers wider. Dem stehen die Abhängigkeit von fondsgebundenen Versicherungsprodukten und die relativ kleine Unternehmensgröße gegenüber.

Die Ratings der SQ ReVita- und der Salam III-Transaktion entsprechen dem Emittentenausfallrating der ATL. Basis davon ist, dass Fitch bei beiden Transaktionen äquivalente Ausfallrisiken wie bei einer vorrangigen Anleihe der ATL sieht, auch wenn strukturierte Elemente enthalten sind. Deren Eigenschaften verändern aber nach Ansicht von Fitch das Ausfallrisiko für die Transaktionen nur unwesentlich im Vergleich zu dem einer Senioranleihe.

Fitch sieht die Profitabilität der ATL als stark an. Trotz ihrer kostenintensiven Vertriebskanäle erreichte die ATL eine Bilanzsummenrendite von ungefähr 1,08% im Jahr 2013 (2012: 0,56%) und hat seit 2007 durchgehend Bilanzsummenrenditen von über 0,50% erzielt. Der Ertrag der ATL hängt auch vom Marktwert der verwalteten Vermögen ab. Das Unternehmen konnte 2013 einen Anstieg des verwalteten Vermögens von 2,1% auf 526,1 Mio Euro erzielen. Dies ist positiv für die zukünftigen Ertragsaussichten.

Die ATL ist einem nur begrenzten direkten Kapitalanlagerisiko ausgesetzt, weil das Risiko rückläufiger Aktienmärkte von Versicherungsnehmern sowie garantiegebenden externen Partnern getragen wird. Fitch sieht es als positiv an, dass die verbleibenden Sterblichkeits- und Biometrierisiken weitgehend rückversichert sind.

Auf Grundlage der eigenen risikobasierten Kapitalbewertung sieht Fitch die Kapitalausstattung der ATL als stark an. Diese spiegelt sich auch in der aufsichtsrechtlichen Solvenzquote des Unternehmens von 214 Prozent zum Jahresende 2013 (Jahresende 2012: 178 Prozent) wider, welche die ATL ohne Einbeziehung von Nachranganleihen erreicht. Fitch rechnet damit, dass die ATL ihr Solvabilitätsniveau aufrecht erhalten wird, da die ATL auch in Zukunft nur eine moderate Dividende an ihre Muttergesellschaften FWU AG und VHV abführt. Die Eigentümer der ATL haben sich 2014 entschieden, 14,9 Mio. Euro an Gewinnrücklagen in Stammkapital umzuwandeln. Fitch sieht diesen Schritt als positiv an, da er die Qualität des Kapitals der ATL erhöht.

Die ATL konnte das erhöhte Beitragsniveau 2013 mit einem Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GBB) von 0,8% auf 129,5 Mio Euro und einem Anstieg des Neugeschäftvolumens (Beitragssume des Neugeschäfts) um 6% auf 815 Mio. Euro bestätigen. 2012 und 2011 hatte die ATL ein starkes Wachstum der GBB in Höhe von 11,8% beziehungsweise. 5,6% erzielt. Dies ist besser als der deutsche Lebensversicherungsmarkt, der 2013 einen Rückgang des Neugeschäftsvolumens von 11,6% (2012: -2,4%) hinnehmen musste. Es demonstriert die Vorteile, dass die ATL ihr Geschäft geographisch - und nicht nach Produkten - diversifiziert. Fitch wird die Prämienentwicklung der ATL auch in Zukunft genau verfolgen, da die Nachfrage nach fondsgebundenen Versicherungsprodukten dazu neigt, in Zeiten von durch Unsicherheit geprägter Kapitalmärkte, rückläufig zu sein. Hinsichtlich der Produktdiversifikation sieht es Fitch als positiv an, dass die ATL in Deutschland und Frankreich in 2013 eine Takaful (islamische Versicherung) Lebensversicherung eingeführt hat. Fitch geht davon aus, dass das zukünftige Prämienwachstum von der Einführung eines Einmalbeitragprodukts in Italien, neuen Vertriebsvereinbarungen in Frankreich und vom Einstieg der ATL in den spanischen Markt in Zusammearbeit mit einem bereits existierenden Vertriebspartner, profitieren wird.

Sobald das gesamte, geplante Volumen von 100 Mio. US Dollar des Salam III-Programms emittiert ist, wird die TFC-Ratio (Total Financing Commitments to Total Available Capital, Verhältnis von Verpflichtungen zu verfügbarem Kapital) der ATL von 0,9x auf 2,1x ansteigen. Obwohl dies eine vergleichsweise hohe TFC-Ratio ist, hat sie gegenwärtig keinen Einfluss auf das Rating der ATL. Denn das Programm wird durch Abschlusskosten zurückbezahlt, die in den Versicherungsprämien des Neugeschäftsblocks enthalten sind. Ferner wirken sich Vertragsvereinbarungen zwischen der ATL und ihren Vertriebspartnern deutlich positiv auf das vom Storno ausgehende Kreditrisiko aus.

Die in Luxemburg ansässige ATL vertreibt fondsgebundene und Renten- und Lebensversicherungen, vorwiegend in Deutschland, Frankreich und Italien. Die ATL hatte eine Bilanzsumme von 599,1 Mio Euro zum Jahresende 2013 und wird von der FWU AG (74,9 Prozent) und der VHV (25,1 Prozent), einer mittelgroßen deutschen Versicherungsgruppe, gehalten. Die FWU AG ist Eigentum von neun Partnern (95%) und der Swiss Re Europe S.A. (5%).

RATING SENSITIVITÄTEN

Fitch sieht eine weitere Heraufstufing in der mittelfristigen Zukunft als unwahrscheinlich an. Schlüsselfaktoren, die in der langfristigen Zukunft zu einer Heraufstufung des Ratings führen können, sind signifikante Verbesserungen in der Marktstellung sowie der Größe des Unternehmens als auch nachhaltige Stabilität in der Prämienentwicklung in den verschiedenen Zielmärkten, bei einer Beibehaltung der starken Kapitalausstattung.

Ein signifikanter und nachhaltiger Rückgang der Rentabilität ausgedrückt in einer Vermögensrendite von weniger als 0,4% über einen längeren Zeitraum, könnten zu einer Herabstufung führen. Außerdem kann ein Anstieg der TFC-Ratio auf über 2,5x zu einer Herabsetzung führen.

Freitag, 30. Mai 2014

Fitch Rating: Alte Leipziger

Fitch bestätigt 'A+'-Finanzstärkerating der Alte Leipziger - Ausblick stabil

London/Frankfurt, 21.05.2014 – Fitch Ratings hat das ‚A+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALL) und der ALTE LEIPZIGER Versicherung Aktiengesellschaft (ALV) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Die ALL ist Obergesellschaft des Alte Leipziger Konzerns (ALK).

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Grundlage des Ratings ist die starke Kapitalausstattung des Konzerns, der fortlaufend gute Kapitalertrag sowie die nachhaltige Marktstellung im Berufsunfähigkeits- sowie bAV-Geschäft. Dem stehen als weitere Schlüsselfaktoren des Ratings die geringe geographische Diversifikation der Gruppe, das marktüberdurchschnittliche Risiko aus Aktieninvestments sowie das derzeitige schwierige operative Umfeld für die deutsche Lebensversicherung entgegen.

Fitch sieht die Eigenmittel des ALK als stark an. Mit 3,9% zum Jahresende 2013 (2012: 3,7%) lag die Eigenkapitalquote der ALL deutlich über der des Marktes, die Fitch auf 1,8% (2012: 1,7%) schätzt. Die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (freie RfB) samt Schlussgewinnfonds (in % der Deckungsrückstellung) lag im Marktschnitt.

Die Sicht der Agentur wird auch von der starken Gruppensolvabilität von 217% zum Jahresende 2013 (2012: 198%) gestützt und Fitch erwartet, dass die Gruppe die solide Kapitalausstattung 2014 aufrecht erhalten wird.

Die Nettoverzinsung der ALL lag 2013 bei 5,5% (2012: 5,4%), deutlich über der Schätzung von Fitch für den Markt von 4,7% (2012: 4,6%). Aufgrund ihrer starken Kapitalanlageergebnisse verfügt die ALL seit Jahren über einen erheblichen Puffer zwischen Kapitalertrag und den Aufwendungen für den Rechnungszins.

Fitch erwartet, dass die Kapitalerträge der ALL 2014 rückläufig sein werden, weil der Kapitalertrag 2013 von Realisierungen aus festverzinslichen Kapitalanlagen sowie Wertzuwächsen im Aktienportfolio erheblich unterstützt wurde. Allerdings können die weiteren Kosten für die Zinszusatzreserve zu weiteren außerordentlichen Kapitalerträgen aus festverzinslichen Wertpapieren führen, sollte das Niedrigzinsumfeld weiter Bestand haben.

Die ALL nimmt eine starke Marktstellung im Berufsunfähigkeitsgeschäft ein. Fitch geht davon aus, dass die ALL zu den Top 10-Anbietern zu zählen ist. Zudem weist die ALL einen erheblichen Anteil an bAV-Geschäft auf, welches die starke Entwicklung des Geschäftes mit laufendem Beitrag gegen den Markttrend unterstützt.

Die Beitragseinnahmen der ALL stiegen 2013 um 5,9% (2012: 12,1%) an, während Fitch für die Branche nur einen Anstieg von 3,8% (2012: 1,1%) erwartet. Obwohl der ALL 2013 ein Rückgang von 3,8% im Neugeschäft (nach Annual Premium Equivalent [APE], laufender Beitrag + 1/10 Einmalbeitrag) widerfuhr, stieg die Beitragseinnahme aus laufenden Prämien um 7,9% an. Fitch geht davon aus, dass das Neugeschäft des Marktes 2013 um 6% rückläufig und die Beitragseinnahme aus laufenden Prämien stabil gewesen ist. Von der ALL wird erwartet, dass sie auch 2014 ein marktüberdurchschnittliches Wachstum bei der laufenden Beitragseinnahme erzielt.

Der ALK vertreibt seine Produkte ausschließlich in Deutschland, so dass die geographische Diversifikation eingeschränkt ist. Fitch zieht in Erwägung, dass der Fokus auf den Heimatmarkt typisch für einen mittelgroßen Konzern wie den ALK ist. Fitch sieht das Risiko aus Kapitalanlagen in Aktien für den ALK im Marktvergleich zu deutschen Erstversicherern als höher an. Zum Jahresende 2013 lag die Aktienquote des ALK deutlich über dem Marktschnitt von 3%.

Die ALV erzielte 2013 eine Netto-Schaden/Kostenquote von 99,8% (2012: 98,8%). Trotzdem glaubt Fitch, dass sich die längerfristige versicherungstechnische Ertragslage der ALV 2013 verbessert hat. Deutschland verzeichnete 2013 eine  außergewöhnlich hohe Schadenbelastung aus Naturkatastrophen. Fitch geht davon aus, dass die Netto-Schaden/Kostenquote 2013 um annähernd 3% auf 99% (2012: 96,3%) angestiegen ist. Von der ALV wird erwartet, dass sie in diesem Jahr ihre  versicherungstechnische Ertragslage beibehält und eine Netto-Schaden-/Kostenquote von 99% oder weniger erzielt.

RATINGSENSITIVITÄTEN

Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, es sei denn, dass die Gruppe deutlich gestiegene Unternehmensgröße und Geschäftsvolumen sowie verbesserte Diversifikation unter Beibehaltung der starken Kapitalausstattung erreichen würde.

Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung umfassen eine erheblich rückläufige Kapitalausstattung (die sich zum Beispiel an einer - nicht nur vorübergehenden -  Konzernsolvabilität von unter 160% zeigen kann) sowie den Verlust der starken Marktstellung im BU- oder bAV-Geschäft.

Der ALK vereinnahmte 2013 gebuchte Bruttobeiträge von 2,3 Mrd. Euro (2012: 2,2 Mrd. Euro) und wies zum Jahresende eine Bilanzsumme von 21,6 Mrd. Euro aus (2012: 20,5 Mrd. Euro). Er bildet mit der Hallesche Krankenversicherung einen Gleichordnungskonzern und bietet außerdem auch Bauspar- und Investmentgeschäft an.

Dienstag, 29. April 2014

Fitch Ratings: Gothaer

Fitch bestätigt ‘A’ Finanzstärkerating der Gothaer; Ausblick stabil

Fitch Ratings, London/Frankfurt, 07. April 2014: Fitch Ratings hat die ‘A’ Finanzstärkeratings (Insurer Financial Strength, IFS-Rating) und die ‘A-’ Emittentenausfallratings (Issuer Default Rating, IDR) der Gothaer Allgemeine Versicherung AG („GA“) und der Gothaer Lebensversicherung AG („GL“) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Darüber hinaus bestätigt Fitch das ‘BBB’ Rating der nachrangigen Anleihe der GA im Volumen von 250 Millionen Euro.

SCHLÜSSELFAKTOREN DER RATINGS
Die Bestätigung spiegelt die starke und widerstandsfähige Kapitalausstattung des Gothaer Konzerns („die Gothaer“) wider, sowie die gut diversifizierte Aufstellung der Gruppe und die Erwartung der Agentur, dass das Kapitalanlageergebnis und die Ertragslage für 2013 ein ähnlich hohes Niveau erreicht haben wie 2012. Zum Ende des Jahres 2012 stieg die aufsichtsrechtliche Gruppensolvabilität auf 187% an (2011: 155%) und Fitch erwartet, dass diese beibehalten oder sich die Quote nur minimal verringern wird. Die Agentur sieht die Kapitalausstattung des Konzerns, basierend auf Fitchs internem Kapitalmodell, als positiv für die vergebenen Ratings an. Fitch beurteilt die GL und die GA als vollständig integrierte Kerngesellschaften der Gothaer. Sie verfügen über einen gemeinsamen Markenauftritt, Vertriebskanäle, Kundengruppen und Innendienstfunktionen mit anderen Konzerngesellschaften. Die Ratings reflektieren die solide Kapitalausstattung und die starke Geschäftsposition des Konzerns sowie die fortgeschrittenen Prozesse und Systeme im Bereich des Risikomanagements. Dem stehen ein wettbewerbsintensives Marktumfeld und das Investmentportefeuille gegenüber, welches eine höhere Volatilität besitzt. Demgegenüber haben die unrealisierten Kursgewinne eine gute Entwicklung innerhalb des Jahres 2012 gezeigt. Allerdings geht Fitch davon aus, dass die stillen Reserven 2013 aufgrund der gestiegenen Marktzinsen zurückgegangen sind. Fitch vermerkt, dass die Anleihen-Duration der Gothaer unter dem Marktdurchschnitt liegt, was im Falle von steigenden Zinsen vorteilhaft wäre, nicht jedoch bei weiter niedrigen Marktzinsen. Zum Geschäftsjahresende 2012 berichtete die Gothaer zu Marktwerten über ein Volumen von 1,8 Mrd. Euro in GIIPS-Staatsanleihen sowie über ein Volumen von 1,2 Mrd. Euro in nachrangigen Anleihen, welche 6,8% beziehungsweise 4,8% der gesamten Kapitalanlagen betragen. Fitch vermerkt, dass die Gothaer einen höheren Anteil an GIIPS-Staatsanleihen hat als der Durchschnitt des deutschen Marktes. Fitch erwartet, dass die Gothaer ihre Kapitalanlagen in Nachranganleihen im Jahresverlauf 2013 weiter abgebaut hat. Aufgrund der überdurchschnittlichen Katastrophenschäden in Deutschland erwartet Fitch für die Gothaer für 2013 einen Anstieg der Netto Schaden-/Kostenquote auf über 100%. Das dürfte im Rahmen des Marktdurchschnitts liegen, den Fitch bei 99% erwartet (2012: 96,3%). Für 2012 erzielte die Gothaer eine netto Schaden-/Kostenquote von 97,5%.

RATINGSENSITIVITÄTEN
Schlüsselfaktoren für eine Heraufstufung der Ratings umfassen eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität in der Lebensversicherung und den Investment Aktivitäten sowie eine nachhaltige Eigenkapitalrendite von über 7,5%. Voraussetzung wäre ferner, dass eine aufsichtsrechtliche Solvabilitätsquote von mindestens 165% beibehalten wird und die Risiken in Zusammenhang mit Kapitalanlagen in GIIPS-Staatsanleihen und Nachranganleihen weiter reduziert werden. Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung der Ratings umfassen einen Rückgang der Kapitalausstattung mit einer aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsquote von unter 130%, eine geschwächte Marktposition des Konzerns sowie eine Netto-Schaden-/Kostenquote von über 105%. Die Gothaer wird von einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit geführt und vereinnahmte 2012 gebuchte Bruttobeiträge (GBB) in Höhe von 4,2 Mrd. Euro. Zielgruppe der Gothaer sind Privatkunden sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Die GA ist mit GBB in Höhe von 1,5 Mrd. Euro die Kerngesellschaft im Schaden- und Unfallsegment des Gothaer Konzerns. Weitere wesentliche Konzerngesellschaften sind die GL mit GBB in Höhe von 1,1 Mrd. Euro sowie die Gothaer Krankenversicherung AG mit GBB in Höhe von 0,9 Mrd. Euro.

Dienstag, 25. Februar 2014

Abschlusskostenkostenquote

Diese Kennzahl ist definiert durch die Abschlussaufwendungen in Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts.

 Sie liefert einen Anhaltspunkt dafür, welche Aufwendungen dem Kunden durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages entstehen.

Beeinflusst wird diese Kennzahl insbesondere durch die Vertriebsstruktur und von der Neugeschäftsentwicklung. Auch die Struktur des Neugeschäfts wirkt sich auf diese Größe aus.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Verwaltungskostenquote

Diese Kennzahl definiert sich durch die Größen Verwaltungskosten für den Versicherungsbetrieb in % der gebuchten Bruttobeiträge und ist somit ein Anhaltspunkt dafür, wie effizient das Versicherungsunternehmen die Versicherungsverträge verwaltet.

Die Quote ist geeignet für die Beurteilung etablierter Unternehmen. Bei der Beurteilung der Kennzahl ist auch die Struktur des Bestandes und das Alter des Unternehmens zu beachten.

Dienstag, 18. Februar 2014

Fitch Ratings: Volkswohl Bund

Fitch bestätigt 'AA-'-IFS-Rating des VOLKSWOHL BUND 


Fitch Ratings, London/Frankfurt, 17. Februar 2014: Fitch Ratings hat das ‘AA-’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der VOLKSWOHL BUND LEBENSVERSICHERUNG a.G. (VBL) bestätigt. Der Ausblick des Ratings bleibt stabil.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS 

Das Rating spiegelt die starke Kapitalausstattung, die starke Position der Gesellschaft im Vertrieb mit freien Vermittlern, Maklern und Vertriebsorganisationen sowie das starke Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GBB) und die niedrigen Kostenquoten wider. Dem steht eine geringe geographische sowie vertriebliche Diversifikation gegenüber. Fitch erwartet, dass das Konzerneigenkapital der VBL im vergangenen Geschäftsjahr von 122,9 Mio. Euro auf mindestens 130 Mio. Euro zum Jahresende 2013 gestiegen ist und die freie RfB (incl. Schlussgewinnfonds) von 527,6 Mio. Euro auf mindestens 550 Mio. Euro. Fitch erwartet, dass die gesamten Eigenmittel im Segment Leben um mehr als 5% gewachsen sind. Allerdings sind die zu verzinsenden Passiva wahrscheinlich noch stärker angestiegen. Gemessen an den zu verzinsenden Passiva haben sich die Eigenmittel der VBL in der Folge wohl leicht abgeschwächt und sind von 8,3% zum Jahresende 2012 auf 8,1% zum Jahresende 2013 gefallen. Fitch schätzt, dass dieser Wert für den deutschen Lebensversicherungsmarkt von 7,7% auf 7,3% zurückgegangen ist. Nichtsdestotrotz ist die Kapitalausstattung zum Jahresende 2013 wohl weiter stark gewesen, sowohl auf Basis der Risiko basierten Analyse der Agentur als auch aus Sicht der aufsichtsrechtlichen Gruppensolvabilität. Fitch schätzt, dass die Gruppensolvabilität mehr als 200% zum Jahresende 2013 betragen hat (2012: 218%) und per Jahresende 2014 weiter bei mindestens 190% liegen wird. Das starke Wachstum der VBL hielt bei einer Steigerung der laufenden Beitragseinnahme von 3,9% auch 2013 an (2012: 7,3%). Allerdings war die Beitragssumme des Neugeschäfts um 20% rückläufig. Fitch erwartet, dass der deutsche Lebensversicherungsmarkt bei der laufenden Beitragseinnahme im Vorjahr ein Zuwachs von 1% erzielt hat (2012: 1%). Fitch sieht den Neugeschäftsrückgang bei der VBL als neutral für das Rating, weil es der Gesellschaft ermöglicht, dass Niveau der Kapitalausstattung beizubehalten. Fitch erwartet, dass die VBL im Vorjahr eine Nettoverzinsung von mehr als 4,5% erzielt hat (2012: 4,9%), und dass diese mindestens dem Durchschnitt des deutschen Lebensversicherungsmarkts entspricht (2012: 4,6%). Fitch erwartet für den deutschen Lebensversicherungsmarkt eine gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Nettoverzinsung, weil die Versicherer wahrscheinlich weiterhin zur Finanzierung der Kosten für die Zinszusatzreserve Bewertungsreserven aus festverzinslichen Kapitalanlagen realisiert haben. Fitch schätzt die Branchenaufwendungen für die Zinszusatzreserve auf 6,5 Mrd. Euro. Die VBL verfügt weiter über starke operative Cash Flows, welche das Liquiditätsrisiko verringern. Kosten- und Risikoüberschüsse sind beständig stark. Die Verwaltungskostenquote lag 2012 bei 2% und die Abschlusskostenquote bei 4,9%, welche besser waren als die vom Markt erzielten von 2,4% und 5%. Fitch erwartet, dass die Kostenquoten der VBL 2014 weiter besser als die des Marktes sein werden. Die Produkte der VBL werden in erster Linie über freie Vermittler, Makler und Vertriebsorganisationen verkauft. Auch die geographische Diversifikation ist niedrig, weil die VBL ihr Geschäft ausschließlich in Deutschland betreibt.

RATING SENSITIVITÄTEN 

Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, auf Basis des aktuell hohen Niveaus sowie des Mangels an Diversifikation. Schlüsselfaktoren, die zu einer Herabstufung des Ratings führen können, sind unter anderem eine Verschlechterung der Kapitalausstattung mit einer Solvabilitätsquote von unter 170%, eine geschwächte Marktposition sowie ein deutlicher Rückgang der gebuchten Bruttobeiträge. Die VBL ist Konzernobergesellschaft der VOLKSWOHL BUND-Gruppe (VBG). Sie besitzt die Rechtsform des Versicherungsvereines und ist ihr wichtigster operativer Versicherer. Im Jahr 2012 hatte der Lebensversicherer eine Bilanzsumme von 9,5 Mrd. Euro, was einem Gruppenanteil von 99% entspricht. Die Gesellschaft konzentriert ihr Geschäft auf das Individualgeschäft sowie kleine bis mittelständische Betriebe. Die VBG vereinnahmte 2012 gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 1,4 Mrd. Euro.

Samstag, 1. Februar 2014

Beschwerdequoten der größten Lebensversicherer in Deutschland 2012

Beschwerdequoten sind ein wichtiger Indikator für die Kundenzufriedenheit. Insbesondere in der Lebensversicherer ist diese Quote interessant, da dort der Versicherungsvertrag oft sehr lang besteht und es außerdem nur zu vergleichsweise selten zu Auszahlungen kommen muss (Todes- und Erlebensfall). Die folgende Tabelle zeigt, dass die Beschwerdequoten zwischen den Versicherern stark differieren.

Beschwerdequoten bei der BaFin der größten Lebensversicherer in Deutschland im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2012 (Quelle: map-report, versicherungsjournal.de, November 2013)
Werte
(in %)
R+V 1,62
Debeka 1,71
Ergo 2,01
Württembergische 2,66
Cosmos 2,81
Bayern-Versicherung 3,32
AachenMünchener 3,89
Branchendurchschnitt 4,16
Allianz 4,30
Generali 4,67
Zurich Dt. Herold 6,18
Nürnberger 7,32
HDI 7,85