Versicherungsratings

Montag, 2. März 2015

Fitch Ratings: Volkswohl Bund Lebensversicherung (Rating vom 25.2.2015)

Fitch Ratings, London/Frankfurt, 25. Februar 2015: Fitch Ratings hat das ‘A+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der VOLKSWOHL BUND LEBENSVERSICHERUNG a.G. (VBL) bestätigt. Der Ausblick des Ratings bleibt stabil.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS
Das Rating spiegelt die starke Kapitalausstattung, die starke Marktstellung der Gesellschaft im Vertrieb mit freien Vermittlern, Maklern und Vertriebsorganisationen sowie die niedrigen Kostenquoten wider. Negativ auf das Rating wirken das anhaltend schwierige, operative Umfeld für deutsche Lebensversicherer und die aus dem ausschließlich deutschen Geschäft resultierende geringe geographische Diversifikation. Fitch erwartet, dass das Konzerneigenkapital der VBL im vergangenen Geschäftsjahr von 134 Mio. Euro auf mindestens 140 Mio. Euro zum Jahresende 2014 gestiegen ist und die freie Rücktellung für Beitragsrückerstattung (RfB incl. Schlussgewinnfonds) von 578 Mio. Euro auf über 590 Mio. Euro. Fitch erwartet, dass die gesamten Eigenmittel im Segment Leben im abgelaufenen Geschäftsjahr um mehr als 10% gewachsen sind, auch unterstützt durch die Aufnahme von 60 Mio. Euro Nachrangkapital. Voraussichtlich sind die zu verzinsenden Passiva in ähnlichem Umfang gewachsen. Fitch erwartet, dass die Eigenmittel der VBL, gemessen an den zu verzinsenden Passiva, zum Jahresende 2014 stabil bei 8,3% gelegen haben. Im Vergleich dazu schätzt Fitch, dass dieser Wert für den deutschen Lebensversicherungsmarkt von 7,4% zum Jahresende 2013 auf 7,1% zum Jahresende 2014 zurückgegangen ist. Die Kapitalausstattung war auch zum Jahresende 2014 weiter stark, sowohl auf Basis der Risiko basierten Analyse der Agentur als auch aus Sicht der aufsichtsrechtlichen Gruppensolvabilität. Fitch schätzt, dass die Gruppensolvabilität mehr als 200% zum Jahresende 2014 betragen hat (2013: 216%), sich aber mit der Einführung von Solvency II deutlich abschwächen wird. Die Bewertungsreserven haben sich mehr als verdoppelt und stiegen, angetrieben von rückläufigen Zinsen, von 0,7 Mrd. auf 1,5 Mrd. Euro an. Fitch erwartet, dass die VBL im Vorjahr eine Nettoverzinsung von 4,1% erzielt hat (2013: 4,7%), und damit höchstwahrscheinlich unter dem Durchschnitt des deutschen Lebensversicherungsmarkts verbleibt (2013: 4,7%). Fitch erwartet für den deutschen Lebensversicherungsmarkt eine gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Nettoverzinsung, weil die Versicherer wahrscheinlich auch 2014 weiter Bewertungsreserven aus den festverzinslichen Kapitalanlagen zur Finanzierung der Kosten für die Zinszusatzreserve realisiert haben. Fitch schätzt die Branchenaufwendungen für die Zinszusatzreserve im Vorjahr auf 8,5 Mrd. Euro. Kosten- und Risikoüberschüsse sind beständig stark. Fitch erwartet, dass die Kostenquoten der VBL 2014 besser als die des Marktes gewesen sind und sich dieser Trend auch fortsetzen wird. Die Verwaltungskostenquote lag 2013 bei 2,0% und die Abschlusskostenquote bei 4,8%, welche besser waren als die vom Markt erzielten von 2,3% und 5,1%. Die VBL ist Konzernobergesellschaft der VOLKSWOHL BUND-Gruppe (VBG). Sie besitzt die Rechtsform des Versicherungsvereines und ist ihr wichtigster operativer Versicherer. Im Jahr 2013 hatte der Lebensversicherer eine Bilanzsumme von 10,6 Mrd. Euro, was einem Gruppenanteil von 99% entspricht. Die Gesellschaft konzentriert ihr Geschäft auf das Individualgeschäft sowie kleine bis mittelständische Betriebe. Die VBG vereinnahmte 2013 gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 1,4 Mrd. Euro.

RATING SENSITIVITÄTEN
Eine Heraufstufung des Ratings ist aufgrund des aktuellen Marktumfeldes für deutsche Lebensversicherer kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich. Schlüsselfaktoren, die zu einer Herabstufung des Ratings führen können, sind unter anderem eine Verschlechterung der Kapitalausstattung mit einer Solvabilitätsquote von unter 170% sowie eine stark geschwächte Marktposition.

Kontakt: Erster Analyst Dr. Christoph Schmitt Director +49 (0) 69 768076 121 Fitch Deutschland GmbH Taunusanlage 17 D-60325 Frankfurt am Main Zweiter Analyst Dr. Stephan Kalb Senior Director +49 (0) 69 768076 118

Mittwoch, 11. Februar 2015

Quote der freien RfB

Die Quote der freien RfB (Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen) ergibt sich, wenn man die freien RfB durch die Deckungsrückstellung dividiert. Somit zeigt diese Kennzahl, welcher Anteil der Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen den Versicherungsnehmern noch nicht direkt zugeordnet ist

Samstag, 24. Januar 2015

Zur aktuellen Situation der Lebensversicherungsunternehmen, Studie von Fitch

Die Lebensversicherungsbranche ist durch die andauernde Niedrigzinsphase unter Druck. Insbesondere liegt dies daran, dass die Lebensversicherer bei Altverträgen eine Mindestverzinsung garantieren müssen, die über den zur Zeit am Kapitalmarkt erzielbaren Renditen liegt. Eine Marge ist für die deutschen Lebensversicherer unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum noch möglich. Je länger die Niedrigzinsphase dauert, desto problematischer könnte diese Situation für das Geschäftsmodell von Lebensversicherungsunternehmen werden.

Eine aktuelle Studie von Fitch mit dem Titel "Deutsche Lebensversicherer - Kapital unter Druck aber noch auskömmlich" bringt die Situation auf den Punkt:

Fitch Ratings-Frankfurt/London – 10 Dezember 2014: Fitch Ratings hat in einer heute veröffentlichten Analyse aufgrund des weiter schwierigen operativen Umfelds den negativen fundamentalen Branchenausblick für deutsche Lebensversicherungen bestätigt. Die Agentur meint, dass die Branche ihren aktuellen Herausforderungen gut gewachsen ist. Sie erwartet in den nächsten 12 bis 24 Monaten nicht viele Veränderungen bei den Ratings der Unternehmen. Der stabile Ratingausblick für deutsche Lebensversicherung wurde deshalb ebenfalls bestätigt.
Das anhaltende Niedrigzinsumfeld wirkt negativ auf die Kapitalquoten der Lebensversicherer, die deshalb zwischen 2008 und 2014 zurückgegangen sind. Für 2015 erwartet Fitch, dass der Druck auf das Kapital anhalten wird. Die 2011 eingeführte Zinszusatzreserve schützt zwar die Versicherer gegen die Belastungen eines anhaltenden Niedrigzinsumfelds, belastet aber die Solvabilitätsquoten der Lebensversicherer zusätzlich. Die Neureglung durch das Versicherungsreformgesetz, dass Versicherungskunden mit fällig gewordenen Versicherungspolicen nicht mehr an den stillen Reserven der festverzinslichen Kapitalanlagen der Versicherer beteiligt werden müssen, wirkt positiv auf das Kapital.

Im gegenwärtigen Umfeld ist es für Lebensversicherungen sehr schwierig, Kapitalanlageerträge im angemessenen Umfang zu generieren. Fitch hat für deutsche Lebensversicherungen ein Run-off Szenario simuliert und das Niedrigzinsumfeld mit verschiedenen Annahmen durchgerechnet. Das Ergebnis bestätigt die Sicht von Fitch, dass die deutschen Lebensversicherer mit Rating der Agentur den gegenwärtigen Herausforderungen der Branche gewachsen sind und in der Lage sein werden, die Garantieverzinsung für die Lebensversicherungskunden zu gewährleisten.

Für 2015 erwartet Fitch für den deutschen Lebensversicherungssektor einen Rückgang des Neugeschäfts. Die Absenkung des Rechnungszinses von 1,75% auf 1,25% zum 1. Januar 2015, dürfte zu Vorzieheffekten beim Abschluss von Lebensversicherungen im vierten Quartal 2014 geführt haben und das Neugeschäft 2015 dämpfen. Da die niedrigeren Garantiezinsen konventionelle Lebensversicherungen weniger attraktiv machen, dürfte es zu einer weiteren Verschiebung zugunsten von Produkten mit alternativen Garantien oder fondsgebundenen Lebensversicherungsprodukten kommen.

Der Bericht, mit dem Titel '2015 Outlook: German Life Insurance- Capital Under Stress but Still Adequate', ist auf www.fitchratings.com erhältlich.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Fitch Rating: ATLANTICLUX

Fitch stuft ATLANTICLUX's IFS-Rating auf 'BBB+' - Ausblick stabil

Fitch Ratings, London/Frankfurt, 3. Juli 2014: Fitch Ratings hat das Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der ATLANTICLUX S.A. (ATL) von ‚BBB‘ auf ‚BBB+‘ und das Emittentenausfallrating (Issuer Default Rating, IDR) von ‚BBB-‘ auf ‚BBB‘ heraufgestuft. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Gleichzeitig hat Fitch die Ratings der SQ ReVita Value of Business In-Force Transaktion und des Salam III Sukuk-Programms (Islamisches Anleiheprogramm) von ‘BBB-‘ auf ‚BBB‘ heraufgestuft.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Die Heraufstufung würdigt die durchgehend starke Profitabilität der ATL. Das Rating spiegelt das geringfügige Kapitalanlagerisiko und die starke Kapitalausstattung des Versicherers wider. Dem stehen die Abhängigkeit von fondsgebundenen Versicherungsprodukten und die relativ kleine Unternehmensgröße gegenüber.

Die Ratings der SQ ReVita- und der Salam III-Transaktion entsprechen dem Emittentenausfallrating der ATL. Basis davon ist, dass Fitch bei beiden Transaktionen äquivalente Ausfallrisiken wie bei einer vorrangigen Anleihe der ATL sieht, auch wenn strukturierte Elemente enthalten sind. Deren Eigenschaften verändern aber nach Ansicht von Fitch das Ausfallrisiko für die Transaktionen nur unwesentlich im Vergleich zu dem einer Senioranleihe.

Fitch sieht die Profitabilität der ATL als stark an. Trotz ihrer kostenintensiven Vertriebskanäle erreichte die ATL eine Bilanzsummenrendite von ungefähr 1,08% im Jahr 2013 (2012: 0,56%) und hat seit 2007 durchgehend Bilanzsummenrenditen von über 0,50% erzielt. Der Ertrag der ATL hängt auch vom Marktwert der verwalteten Vermögen ab. Das Unternehmen konnte 2013 einen Anstieg des verwalteten Vermögens von 2,1% auf 526,1 Mio Euro erzielen. Dies ist positiv für die zukünftigen Ertragsaussichten.

Die ATL ist einem nur begrenzten direkten Kapitalanlagerisiko ausgesetzt, weil das Risiko rückläufiger Aktienmärkte von Versicherungsnehmern sowie garantiegebenden externen Partnern getragen wird. Fitch sieht es als positiv an, dass die verbleibenden Sterblichkeits- und Biometrierisiken weitgehend rückversichert sind.

Auf Grundlage der eigenen risikobasierten Kapitalbewertung sieht Fitch die Kapitalausstattung der ATL als stark an. Diese spiegelt sich auch in der aufsichtsrechtlichen Solvenzquote des Unternehmens von 214 Prozent zum Jahresende 2013 (Jahresende 2012: 178 Prozent) wider, welche die ATL ohne Einbeziehung von Nachranganleihen erreicht. Fitch rechnet damit, dass die ATL ihr Solvabilitätsniveau aufrecht erhalten wird, da die ATL auch in Zukunft nur eine moderate Dividende an ihre Muttergesellschaften FWU AG und VHV abführt. Die Eigentümer der ATL haben sich 2014 entschieden, 14,9 Mio. Euro an Gewinnrücklagen in Stammkapital umzuwandeln. Fitch sieht diesen Schritt als positiv an, da er die Qualität des Kapitals der ATL erhöht.

Die ATL konnte das erhöhte Beitragsniveau 2013 mit einem Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GBB) von 0,8% auf 129,5 Mio Euro und einem Anstieg des Neugeschäftvolumens (Beitragssume des Neugeschäfts) um 6% auf 815 Mio. Euro bestätigen. 2012 und 2011 hatte die ATL ein starkes Wachstum der GBB in Höhe von 11,8% beziehungsweise. 5,6% erzielt. Dies ist besser als der deutsche Lebensversicherungsmarkt, der 2013 einen Rückgang des Neugeschäftsvolumens von 11,6% (2012: -2,4%) hinnehmen musste. Es demonstriert die Vorteile, dass die ATL ihr Geschäft geographisch - und nicht nach Produkten - diversifiziert. Fitch wird die Prämienentwicklung der ATL auch in Zukunft genau verfolgen, da die Nachfrage nach fondsgebundenen Versicherungsprodukten dazu neigt, in Zeiten von durch Unsicherheit geprägter Kapitalmärkte, rückläufig zu sein. Hinsichtlich der Produktdiversifikation sieht es Fitch als positiv an, dass die ATL in Deutschland und Frankreich in 2013 eine Takaful (islamische Versicherung) Lebensversicherung eingeführt hat. Fitch geht davon aus, dass das zukünftige Prämienwachstum von der Einführung eines Einmalbeitragprodukts in Italien, neuen Vertriebsvereinbarungen in Frankreich und vom Einstieg der ATL in den spanischen Markt in Zusammearbeit mit einem bereits existierenden Vertriebspartner, profitieren wird.

Sobald das gesamte, geplante Volumen von 100 Mio. US Dollar des Salam III-Programms emittiert ist, wird die TFC-Ratio (Total Financing Commitments to Total Available Capital, Verhältnis von Verpflichtungen zu verfügbarem Kapital) der ATL von 0,9x auf 2,1x ansteigen. Obwohl dies eine vergleichsweise hohe TFC-Ratio ist, hat sie gegenwärtig keinen Einfluss auf das Rating der ATL. Denn das Programm wird durch Abschlusskosten zurückbezahlt, die in den Versicherungsprämien des Neugeschäftsblocks enthalten sind. Ferner wirken sich Vertragsvereinbarungen zwischen der ATL und ihren Vertriebspartnern deutlich positiv auf das vom Storno ausgehende Kreditrisiko aus.

Die in Luxemburg ansässige ATL vertreibt fondsgebundene und Renten- und Lebensversicherungen, vorwiegend in Deutschland, Frankreich und Italien. Die ATL hatte eine Bilanzsumme von 599,1 Mio Euro zum Jahresende 2013 und wird von der FWU AG (74,9 Prozent) und der VHV (25,1 Prozent), einer mittelgroßen deutschen Versicherungsgruppe, gehalten. Die FWU AG ist Eigentum von neun Partnern (95%) und der Swiss Re Europe S.A. (5%).

RATING SENSITIVITÄTEN

Fitch sieht eine weitere Heraufstufing in der mittelfristigen Zukunft als unwahrscheinlich an. Schlüsselfaktoren, die in der langfristigen Zukunft zu einer Heraufstufung des Ratings führen können, sind signifikante Verbesserungen in der Marktstellung sowie der Größe des Unternehmens als auch nachhaltige Stabilität in der Prämienentwicklung in den verschiedenen Zielmärkten, bei einer Beibehaltung der starken Kapitalausstattung.

Ein signifikanter und nachhaltiger Rückgang der Rentabilität ausgedrückt in einer Vermögensrendite von weniger als 0,4% über einen längeren Zeitraum, könnten zu einer Herabstufung führen. Außerdem kann ein Anstieg der TFC-Ratio auf über 2,5x zu einer Herabsetzung führen.

Freitag, 30. Mai 2014

Fitch Rating: Alte Leipziger

Fitch bestätigt 'A+'-Finanzstärkerating der Alte Leipziger - Ausblick stabil

London/Frankfurt, 21.05.2014 – Fitch Ratings hat das ‚A+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALL) und der ALTE LEIPZIGER Versicherung Aktiengesellschaft (ALV) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Die ALL ist Obergesellschaft des Alte Leipziger Konzerns (ALK).

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Grundlage des Ratings ist die starke Kapitalausstattung des Konzerns, der fortlaufend gute Kapitalertrag sowie die nachhaltige Marktstellung im Berufsunfähigkeits- sowie bAV-Geschäft. Dem stehen als weitere Schlüsselfaktoren des Ratings die geringe geographische Diversifikation der Gruppe, das marktüberdurchschnittliche Risiko aus Aktieninvestments sowie das derzeitige schwierige operative Umfeld für die deutsche Lebensversicherung entgegen.

Fitch sieht die Eigenmittel des ALK als stark an. Mit 3,9% zum Jahresende 2013 (2012: 3,7%) lag die Eigenkapitalquote der ALL deutlich über der des Marktes, die Fitch auf 1,8% (2012: 1,7%) schätzt. Die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (freie RfB) samt Schlussgewinnfonds (in % der Deckungsrückstellung) lag im Marktschnitt.

Die Sicht der Agentur wird auch von der starken Gruppensolvabilität von 217% zum Jahresende 2013 (2012: 198%) gestützt und Fitch erwartet, dass die Gruppe die solide Kapitalausstattung 2014 aufrecht erhalten wird.

Die Nettoverzinsung der ALL lag 2013 bei 5,5% (2012: 5,4%), deutlich über der Schätzung von Fitch für den Markt von 4,7% (2012: 4,6%). Aufgrund ihrer starken Kapitalanlageergebnisse verfügt die ALL seit Jahren über einen erheblichen Puffer zwischen Kapitalertrag und den Aufwendungen für den Rechnungszins.

Fitch erwartet, dass die Kapitalerträge der ALL 2014 rückläufig sein werden, weil der Kapitalertrag 2013 von Realisierungen aus festverzinslichen Kapitalanlagen sowie Wertzuwächsen im Aktienportfolio erheblich unterstützt wurde. Allerdings können die weiteren Kosten für die Zinszusatzreserve zu weiteren außerordentlichen Kapitalerträgen aus festverzinslichen Wertpapieren führen, sollte das Niedrigzinsumfeld weiter Bestand haben.

Die ALL nimmt eine starke Marktstellung im Berufsunfähigkeitsgeschäft ein. Fitch geht davon aus, dass die ALL zu den Top 10-Anbietern zu zählen ist. Zudem weist die ALL einen erheblichen Anteil an bAV-Geschäft auf, welches die starke Entwicklung des Geschäftes mit laufendem Beitrag gegen den Markttrend unterstützt.

Die Beitragseinnahmen der ALL stiegen 2013 um 5,9% (2012: 12,1%) an, während Fitch für die Branche nur einen Anstieg von 3,8% (2012: 1,1%) erwartet. Obwohl der ALL 2013 ein Rückgang von 3,8% im Neugeschäft (nach Annual Premium Equivalent [APE], laufender Beitrag + 1/10 Einmalbeitrag) widerfuhr, stieg die Beitragseinnahme aus laufenden Prämien um 7,9% an. Fitch geht davon aus, dass das Neugeschäft des Marktes 2013 um 6% rückläufig und die Beitragseinnahme aus laufenden Prämien stabil gewesen ist. Von der ALL wird erwartet, dass sie auch 2014 ein marktüberdurchschnittliches Wachstum bei der laufenden Beitragseinnahme erzielt.

Der ALK vertreibt seine Produkte ausschließlich in Deutschland, so dass die geographische Diversifikation eingeschränkt ist. Fitch zieht in Erwägung, dass der Fokus auf den Heimatmarkt typisch für einen mittelgroßen Konzern wie den ALK ist. Fitch sieht das Risiko aus Kapitalanlagen in Aktien für den ALK im Marktvergleich zu deutschen Erstversicherern als höher an. Zum Jahresende 2013 lag die Aktienquote des ALK deutlich über dem Marktschnitt von 3%.

Die ALV erzielte 2013 eine Netto-Schaden/Kostenquote von 99,8% (2012: 98,8%). Trotzdem glaubt Fitch, dass sich die längerfristige versicherungstechnische Ertragslage der ALV 2013 verbessert hat. Deutschland verzeichnete 2013 eine  außergewöhnlich hohe Schadenbelastung aus Naturkatastrophen. Fitch geht davon aus, dass die Netto-Schaden/Kostenquote 2013 um annähernd 3% auf 99% (2012: 96,3%) angestiegen ist. Von der ALV wird erwartet, dass sie in diesem Jahr ihre  versicherungstechnische Ertragslage beibehält und eine Netto-Schaden-/Kostenquote von 99% oder weniger erzielt.

RATINGSENSITIVITÄTEN

Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, es sei denn, dass die Gruppe deutlich gestiegene Unternehmensgröße und Geschäftsvolumen sowie verbesserte Diversifikation unter Beibehaltung der starken Kapitalausstattung erreichen würde.

Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung umfassen eine erheblich rückläufige Kapitalausstattung (die sich zum Beispiel an einer - nicht nur vorübergehenden -  Konzernsolvabilität von unter 160% zeigen kann) sowie den Verlust der starken Marktstellung im BU- oder bAV-Geschäft.

Der ALK vereinnahmte 2013 gebuchte Bruttobeiträge von 2,3 Mrd. Euro (2012: 2,2 Mrd. Euro) und wies zum Jahresende eine Bilanzsumme von 21,6 Mrd. Euro aus (2012: 20,5 Mrd. Euro). Er bildet mit der Hallesche Krankenversicherung einen Gleichordnungskonzern und bietet außerdem auch Bauspar- und Investmentgeschäft an.

Dienstag, 29. April 2014

Fitch Ratings: Gothaer

Fitch bestätigt ‘A’ Finanzstärkerating der Gothaer; Ausblick stabil

Fitch Ratings, London/Frankfurt, 07. April 2014: Fitch Ratings hat die ‘A’ Finanzstärkeratings (Insurer Financial Strength, IFS-Rating) und die ‘A-’ Emittentenausfallratings (Issuer Default Rating, IDR) der Gothaer Allgemeine Versicherung AG („GA“) und der Gothaer Lebensversicherung AG („GL“) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Darüber hinaus bestätigt Fitch das ‘BBB’ Rating der nachrangigen Anleihe der GA im Volumen von 250 Millionen Euro.

SCHLÜSSELFAKTOREN DER RATINGS
Die Bestätigung spiegelt die starke und widerstandsfähige Kapitalausstattung des Gothaer Konzerns („die Gothaer“) wider, sowie die gut diversifizierte Aufstellung der Gruppe und die Erwartung der Agentur, dass das Kapitalanlageergebnis und die Ertragslage für 2013 ein ähnlich hohes Niveau erreicht haben wie 2012. Zum Ende des Jahres 2012 stieg die aufsichtsrechtliche Gruppensolvabilität auf 187% an (2011: 155%) und Fitch erwartet, dass diese beibehalten oder sich die Quote nur minimal verringern wird. Die Agentur sieht die Kapitalausstattung des Konzerns, basierend auf Fitchs internem Kapitalmodell, als positiv für die vergebenen Ratings an. Fitch beurteilt die GL und die GA als vollständig integrierte Kerngesellschaften der Gothaer. Sie verfügen über einen gemeinsamen Markenauftritt, Vertriebskanäle, Kundengruppen und Innendienstfunktionen mit anderen Konzerngesellschaften. Die Ratings reflektieren die solide Kapitalausstattung und die starke Geschäftsposition des Konzerns sowie die fortgeschrittenen Prozesse und Systeme im Bereich des Risikomanagements. Dem stehen ein wettbewerbsintensives Marktumfeld und das Investmentportefeuille gegenüber, welches eine höhere Volatilität besitzt. Demgegenüber haben die unrealisierten Kursgewinne eine gute Entwicklung innerhalb des Jahres 2012 gezeigt. Allerdings geht Fitch davon aus, dass die stillen Reserven 2013 aufgrund der gestiegenen Marktzinsen zurückgegangen sind. Fitch vermerkt, dass die Anleihen-Duration der Gothaer unter dem Marktdurchschnitt liegt, was im Falle von steigenden Zinsen vorteilhaft wäre, nicht jedoch bei weiter niedrigen Marktzinsen. Zum Geschäftsjahresende 2012 berichtete die Gothaer zu Marktwerten über ein Volumen von 1,8 Mrd. Euro in GIIPS-Staatsanleihen sowie über ein Volumen von 1,2 Mrd. Euro in nachrangigen Anleihen, welche 6,8% beziehungsweise 4,8% der gesamten Kapitalanlagen betragen. Fitch vermerkt, dass die Gothaer einen höheren Anteil an GIIPS-Staatsanleihen hat als der Durchschnitt des deutschen Marktes. Fitch erwartet, dass die Gothaer ihre Kapitalanlagen in Nachranganleihen im Jahresverlauf 2013 weiter abgebaut hat. Aufgrund der überdurchschnittlichen Katastrophenschäden in Deutschland erwartet Fitch für die Gothaer für 2013 einen Anstieg der Netto Schaden-/Kostenquote auf über 100%. Das dürfte im Rahmen des Marktdurchschnitts liegen, den Fitch bei 99% erwartet (2012: 96,3%). Für 2012 erzielte die Gothaer eine netto Schaden-/Kostenquote von 97,5%.

RATINGSENSITIVITÄTEN
Schlüsselfaktoren für eine Heraufstufung der Ratings umfassen eine nachhaltige Verbesserung der Profitabilität in der Lebensversicherung und den Investment Aktivitäten sowie eine nachhaltige Eigenkapitalrendite von über 7,5%. Voraussetzung wäre ferner, dass eine aufsichtsrechtliche Solvabilitätsquote von mindestens 165% beibehalten wird und die Risiken in Zusammenhang mit Kapitalanlagen in GIIPS-Staatsanleihen und Nachranganleihen weiter reduziert werden. Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung der Ratings umfassen einen Rückgang der Kapitalausstattung mit einer aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsquote von unter 130%, eine geschwächte Marktposition des Konzerns sowie eine Netto-Schaden-/Kostenquote von über 105%. Die Gothaer wird von einem Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit geführt und vereinnahmte 2012 gebuchte Bruttobeiträge (GBB) in Höhe von 4,2 Mrd. Euro. Zielgruppe der Gothaer sind Privatkunden sowie kleine und mittelständische Unternehmen. Die GA ist mit GBB in Höhe von 1,5 Mrd. Euro die Kerngesellschaft im Schaden- und Unfallsegment des Gothaer Konzerns. Weitere wesentliche Konzerngesellschaften sind die GL mit GBB in Höhe von 1,1 Mrd. Euro sowie die Gothaer Krankenversicherung AG mit GBB in Höhe von 0,9 Mrd. Euro.

Dienstag, 25. Februar 2014

Abschlusskostenkostenquote

Diese Kennzahl ist definiert durch die Abschlussaufwendungen in Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts.

 Sie liefert einen Anhaltspunkt dafür, welche Aufwendungen dem Kunden durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages entstehen.

Beeinflusst wird diese Kennzahl insbesondere durch die Vertriebsstruktur und von der Neugeschäftsentwicklung. Auch die Struktur des Neugeschäfts wirkt sich auf diese Größe aus.