Versicherungsratings

Dienstag, 25. Februar 2014

Abschlusskostenkostenquote

Diese Kennzahl ist definiert durch die Abschlussaufwendungen in Prozent der Beitragssumme des Neugeschäfts.

 Sie liefert einen Anhaltspunkt dafür, welche Aufwendungen dem Kunden durch den Abschluss eines Versicherungsvertrages entstehen.

Beeinflusst wird diese Kennzahl insbesondere durch die Vertriebsstruktur und von der Neugeschäftsentwicklung. Auch die Struktur des Neugeschäfts wirkt sich auf diese Größe aus.

Donnerstag, 20. Februar 2014

Verwaltungskostenquote

Diese Kennzahl definiert sich durch die Größen Verwaltungskosten für den Versicherungsbetrieb in % der gebuchten Bruttobeiträge und ist somit ein Anhaltspunkt dafür, wie effizient das Versicherungsunternehmen die Versicherungsverträge verwaltet.

Die Quote ist geeignet für die Beurteilung etablierter Unternehmen. Bei der Beurteilung der Kennzahl ist auch die Struktur des Bestandes und das Alter des Unternehmens zu beachten.

Dienstag, 18. Februar 2014

Fitch Ratings: Volkswohl Bund

Fitch bestätigt 'AA-'-IFS-Rating des VOLKSWOHL BUND 


Fitch Ratings, London/Frankfurt, 17. Februar 2014: Fitch Ratings hat das ‘AA-’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der VOLKSWOHL BUND LEBENSVERSICHERUNG a.G. (VBL) bestätigt. Der Ausblick des Ratings bleibt stabil.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS 

Das Rating spiegelt die starke Kapitalausstattung, die starke Position der Gesellschaft im Vertrieb mit freien Vermittlern, Maklern und Vertriebsorganisationen sowie das starke Wachstum der gebuchten Bruttobeiträge (GBB) und die niedrigen Kostenquoten wider. Dem steht eine geringe geographische sowie vertriebliche Diversifikation gegenüber. Fitch erwartet, dass das Konzerneigenkapital der VBL im vergangenen Geschäftsjahr von 122,9 Mio. Euro auf mindestens 130 Mio. Euro zum Jahresende 2013 gestiegen ist und die freie RfB (incl. Schlussgewinnfonds) von 527,6 Mio. Euro auf mindestens 550 Mio. Euro. Fitch erwartet, dass die gesamten Eigenmittel im Segment Leben um mehr als 5% gewachsen sind. Allerdings sind die zu verzinsenden Passiva wahrscheinlich noch stärker angestiegen. Gemessen an den zu verzinsenden Passiva haben sich die Eigenmittel der VBL in der Folge wohl leicht abgeschwächt und sind von 8,3% zum Jahresende 2012 auf 8,1% zum Jahresende 2013 gefallen. Fitch schätzt, dass dieser Wert für den deutschen Lebensversicherungsmarkt von 7,7% auf 7,3% zurückgegangen ist. Nichtsdestotrotz ist die Kapitalausstattung zum Jahresende 2013 wohl weiter stark gewesen, sowohl auf Basis der Risiko basierten Analyse der Agentur als auch aus Sicht der aufsichtsrechtlichen Gruppensolvabilität. Fitch schätzt, dass die Gruppensolvabilität mehr als 200% zum Jahresende 2013 betragen hat (2012: 218%) und per Jahresende 2014 weiter bei mindestens 190% liegen wird. Das starke Wachstum der VBL hielt bei einer Steigerung der laufenden Beitragseinnahme von 3,9% auch 2013 an (2012: 7,3%). Allerdings war die Beitragssumme des Neugeschäfts um 20% rückläufig. Fitch erwartet, dass der deutsche Lebensversicherungsmarkt bei der laufenden Beitragseinnahme im Vorjahr ein Zuwachs von 1% erzielt hat (2012: 1%). Fitch sieht den Neugeschäftsrückgang bei der VBL als neutral für das Rating, weil es der Gesellschaft ermöglicht, dass Niveau der Kapitalausstattung beizubehalten. Fitch erwartet, dass die VBL im Vorjahr eine Nettoverzinsung von mehr als 4,5% erzielt hat (2012: 4,9%), und dass diese mindestens dem Durchschnitt des deutschen Lebensversicherungsmarkts entspricht (2012: 4,6%). Fitch erwartet für den deutschen Lebensversicherungsmarkt eine gegenüber dem Vorjahr nahezu unveränderte Nettoverzinsung, weil die Versicherer wahrscheinlich weiterhin zur Finanzierung der Kosten für die Zinszusatzreserve Bewertungsreserven aus festverzinslichen Kapitalanlagen realisiert haben. Fitch schätzt die Branchenaufwendungen für die Zinszusatzreserve auf 6,5 Mrd. Euro. Die VBL verfügt weiter über starke operative Cash Flows, welche das Liquiditätsrisiko verringern. Kosten- und Risikoüberschüsse sind beständig stark. Die Verwaltungskostenquote lag 2012 bei 2% und die Abschlusskostenquote bei 4,9%, welche besser waren als die vom Markt erzielten von 2,4% und 5%. Fitch erwartet, dass die Kostenquoten der VBL 2014 weiter besser als die des Marktes sein werden. Die Produkte der VBL werden in erster Linie über freie Vermittler, Makler und Vertriebsorganisationen verkauft. Auch die geographische Diversifikation ist niedrig, weil die VBL ihr Geschäft ausschließlich in Deutschland betreibt.

RATING SENSITIVITÄTEN 

Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, auf Basis des aktuell hohen Niveaus sowie des Mangels an Diversifikation. Schlüsselfaktoren, die zu einer Herabstufung des Ratings führen können, sind unter anderem eine Verschlechterung der Kapitalausstattung mit einer Solvabilitätsquote von unter 170%, eine geschwächte Marktposition sowie ein deutlicher Rückgang der gebuchten Bruttobeiträge. Die VBL ist Konzernobergesellschaft der VOLKSWOHL BUND-Gruppe (VBG). Sie besitzt die Rechtsform des Versicherungsvereines und ist ihr wichtigster operativer Versicherer. Im Jahr 2012 hatte der Lebensversicherer eine Bilanzsumme von 9,5 Mrd. Euro, was einem Gruppenanteil von 99% entspricht. Die Gesellschaft konzentriert ihr Geschäft auf das Individualgeschäft sowie kleine bis mittelständische Betriebe. Die VBG vereinnahmte 2012 gebuchte Bruttobeiträge in Höhe von 1,4 Mrd. Euro.

Samstag, 1. Februar 2014

Beschwerdequoten der größten Lebensversicherer in Deutschland 2012

Beschwerdequoten sind ein wichtiger Indikator für die Kundenzufriedenheit. Insbesondere in der Lebensversicherer ist diese Quote interessant, da dort der Versicherungsvertrag oft sehr lang besteht und es außerdem nur zu vergleichsweise selten zu Auszahlungen kommen muss (Todes- und Erlebensfall). Die folgende Tabelle zeigt, dass die Beschwerdequoten zwischen den Versicherern stark differieren.

Beschwerdequoten bei der BaFin der größten Lebensversicherer in Deutschland im Durchschnitt der Jahre 2001 bis 2012 (Quelle: map-report, versicherungsjournal.de, November 2013)
Werte
(in %)
R+V 1,62
Debeka 1,71
Ergo 2,01
Württembergische 2,66
Cosmos 2,81
Bayern-Versicherung 3,32
AachenMünchener 3,89
Branchendurchschnitt 4,16
Allianz 4,30
Generali 4,67
Zurich Dt. Herold 6,18
Nürnberger 7,32
HDI 7,85

Freitag, 31. Januar 2014

Fitch Rating: PrismaLife AG

Fitch bestätigt 'BBB+'-IFS-Rating der PrismaLife - Ausblick stabil 


Fitch Ratings, London/Frankfurt, 30. Januar 2014: Fitch Ratings hat das ‘BBB+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der PrismaLife AG und das ‚BBB’-Rating ihrer vorrangigen Anleihe bestätigt. Der Ausblick des IFS-Ratings ist stabil.

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS 

 Die Bestätigung spiegelt sowohl die starke Kapitalausstattung und das geringe Kapitalanlagerisiko des Versicherers wider, von welchen Fitch ausgeht, dass sie beibehalten werden, als auch seine solide Performance in den ersten neun Monaten des Jahres 2013. Dem stehen die Abhängigkeit von fondsgebundenen Versicherungsprodukten und die mit einer Bilanzsumme von 855,6 Mio. Euro und Eigenkapital in Höhe von 50,4 Mio. Euro in 2012 relativ kleine Unternehmensgröße, welche ein limitierender Ratingfaktor ist, gegenüber. Die PrismaLife ist einem begrenzten Kapitalanlagerisiko ausgesetzt, da vornehmlich Versicherungsnehmer und Fondsanbieter die Risiken aus fallenden Aktienmärkten tragen. Fitch sieht es als positiv an, dass die PrismaLife die biometrischen Risiken weitestgehend rückversichert. Dieses risikoaverse Geschäftssmodell führt zu geringen aufsichtsrechtlichen Kapitalerfordernissen, so dass die PrismaLife Solvenzquoten von über 1.000 Prozent hat. Fitch geht davon aus, dass die PrismaLife auch unter Solvency II starke Solvenzquoten erzielt. Auf Grundlage ihres risikobasierten Kapitalansatzes und Stresstestes, sieht die Agentur die Kapitalausstattung als stark und widerstandsfähig an. Fitch bewertet außerdem positiv, dass die PrismaLife ihre positive Entwicklung mit einem starkem Wachstum im Neugeschäft und der gebuchten Bruttobeiträge (GBB) in den ersten neuen Monaten 2013 fortgesetzt hat und seit ihrer Gründung im Jahr 2000 durchgängig das Geschäft gegen laufenden Beitrag steigern konnte. 2012 konnte die PrismaLife die Trendumkehr im Wachstum der GBB mit einem Anstieg von 6,8% auf 212,4 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr bestätigten (2011: 11,5% auf 198,8 Mio. Euro) nach stagnierender Prämienentwicklung zwischen 2008 und 2010. Das Nettoergebnis der PrismaLife war 2012 im Vergleich zum Vorjahr stabil und betrug 2,9 Mio. Euro (2011: 2,8 Mio. Euro), was einer starken Gesamtkapitalverzingsung von 0,47% (2011: 0,48%) entspricht. Zum Jahresende 2012 betrug der Verschuldungsgrad der PrismaLife 31% (2011: 33%) und die Zinsdeckung 3,6x (2011: 3,9x). Sowohl der Verschuldungsgrad als auch die Zinsdeckung sind angemessen für das aktuelle Rating. Fitch wird die Prämienentwicklung der PrismaLife auch in Zukunft verfolgen, da die Nachfrage nach fondsgebundenen Versicherungsprodukten zu Schwankungen neigt. Das Neugeschäft profitiert aber auch davon, dass der Hauptvertriebspartner der PrismaLife, Schwestergesellschaft Onesty Sales, zu den fünf größten Vertriebsorganisationen im deutschen Versicherungsmarkt gehört. Die Produktdiversifikation im Bestand der PrismaLife ist gering, da das Prämieneinkommen zum Jahresende 2012 zu 99% aus Fondspolicen bestand. Allerdings wertet es die Agentur als positiv, dass die PrismaLife mit der Erweiterung ihrer Biometrie-Produktlinie in Kooperation mit der fbg AG, eine Tochtergesellschaft der Friends Provident International, in 2013 ihre Anstrengungen, die Produktdiversifikation zu erhöhen, fortgeführt hat. Fitch geht davon aus, dass das Prämienwachstum und die Produktdiversifikation der PrismaLife von der erweiterten Biometrie-Produktlinie profitieren werden.

RATINGSENSITIVITÄTEN 

Schlüsselfaktoren, die zu einer Ratingheraufstufung führen können, sind ein nachhaltiges, marktüberdurchschnitlliches Prämienwachstum nach GBB und eine verbesserte Einkommensdiversifikation bei Beibehaltung der starken Kapitalausstattung. Ein signifikanter und nachhaltiger Rückgang der Rentabilität, ausgedrückt in einer Vermögensrendite von weniger als 0,3% über einen längeren Zeitraum und ein nachhaltiges, marktunterdurchschnittliches Wachstum der GBB, können zu einer Herabstufung führen. Die PrismaLife hatte eine Bilanzsumme von 855,6 Mio. Euro am Jahresende 2012 (2011: 722,9 Mio. Euro) und ist im Besitz der Onesty Group AG (76,85 Prozent) und ihrer Geschäftsleitung (23,15 Prozent).

Sonntag, 26. Januar 2014

Kapitalanlagepolitik von Versicherern

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die anhaltende Niedrigzinsphase ein nicht zu unterschätzendes Problem für Versicherungsunternehmen ist. Während bereits Banken über die niedrigen Zisen schimpfen, stellt sich für die Versicherer die Angelegenheit sehr viel ernster dar. Banken erhalten immerhin zu sehr günstigen Konditionen Geld und verleihen dies weiterhin zu höheren Zinsen an ihre Kunden weiter. Versicherungen aber stehen vor dem Dilemma, ihren Kunden langfristige Garantiezinsen (gesetzlich verbindlich) zugesagt zu haben, gleichzeitig aber diese Zinsen kaim noch am Kapitalmarkt erwirtschaften zu können. Auf lange Sicht sorgt zwar die Absenkung der Garantiezinsen für Entlastung, eine weiter lang andauernde Niedrigzinsphase (an der die hoch verschukldeten Staaten interssiert sein dürften) wird aber unweigerlich für große Verwerfungen im Versicherungsmarkt sorgen. Eine sehr interessante Studie wurde jüngst von Fitch veröffentlicht:

Fitch Ratings Frankfurt / London - 20. Januar 2014: Fitch Ratings führt in einer heute veröffentlichten Analyse aus, dass die Risiken in den Kapitalanlagen Europäischer Versicherungen ansteigen. Auch wenn der Risikoanstieg bisher gering ist und wahrscheinlich gering bleiben wird, könnte er zu negativen Ratingveränderungen führen. Im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld ist das Erreichen einer auskömmlichen Rendite auf die Kapitalanlagen die größte Herausforderung an den Europäischen Versicherungssektor. Eine Möglichkeit dem zu begegnen, ist die Umschichtung von festverzinslichen Anlagen in Anlageklassen mit höherer Renditeerwartung, wie zum Beispiel Aktien, Immobilien oder Alternative Anlagen. Dieser Weg wird von den Versicherungen allerdings kaum eingeschlagen; vielmehr sind die Anteile der Kapitalanlagen, die auf Aktien und Immobilien entfallen, in den letzten fünf Jahren zurückgegangen und Alternative Investitionen sind nach wie vor kaum von Bedeutung. Während es kaum Umschichtungen von festverzinslichen Anlagen in riskantere Anlageklassen gegeben hat, sind die Kreditrisiken innerhalb der festverzinslichen Kapitalanlagen deutlich gestiegen. Dieser Anstieg wird von Fitch als potentiell negativ für ein Rating angesehen, auch wenn das bisher erreichte Risikoniveau noch keine Herabstufungen ausgelöst hat. Fitch ist der Auffassung, dass die Anleihepreise über alle Risikoklassen und Laufzeiten eine hohe Bewertung erreicht haben und die Risikoprämien niedrig sind. Sollten die Marktzinsen steigen, würden auch die Risikoprämien ansteigen. Anleihen der höheren Risikoklassen und mit langen Laufzeiten würden in einem solchen Szenario stärkere Wertverluste erleiden als Anleihen mit niedrigem Risiko und kurzen Laufzeiten. Die Marktwerte der festverzinslichen Kapitalanlagen der Versicherer reagieren heute empfindlicher gegenüber Zinsanstiegen als in der Vergangenheit. Über die letzten Jahre hat das Interesse von Versicherungen an Alternativen Anlagen zugenommen, jedoch repräsentieren diese Anlagen nach wie vor nur einen kleinen Teil der gesamten Kapitalanlagen der Versicherungen. Die Gründe dafür sind unter anderem die geringe Verfügbarkeit von Investitionsprojekten und aufwendigen Due-Diligence Prozesse. Letzteres führt auch dazu, dass solche Anlagen generell nur von größeren Versicherungen getätigt werden, die über die erforderlichen Ressourcen verfügen. Die vergleichsweise hohe Kapitalunterlegung, die unter Solvency II erforderlich sein wird, stellt eine weitere Hürde für Investitionen in Alternative Anlagen dar. Fitch erwartet, dass der Anteil der Alternativen Anlagen an den Kapitalanlagen der Versicherer in Zukunft zunehmen wird. Es besteht ein großer Bedarf an Investitionen in den Bereichen Infrastruktur und Erneuerbare Energien, der von der Öffentlichen Hand aufgrund von Budgetbeschränkungen nicht finanziert werden kann. Folglich werden diese Investitionen von privater Hand finanziert werden müssen und Versicherungen sind hierzu gut geeignet, da sie Anlagemöglichkeiten benötigen, die zu ihren langfristigen und illiquiden Verbindlichkeiten passen. Der Bericht, mit dem Titel 'European Insurance: The Search for Investment Yield', ist auf www.fitchratings.com erhältlich.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Fitch Ratings ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALL)

Fitch bestätigt 'A+'-Finanzstärkerating der Alte Leipziger - Ausblick stabil


London/Frankfurt, 10.12.2013 – Fitch Ratings hat heute das ‚A+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALL) und der ALTE LEIPZIGER Versicherung Aktiengesellschaft (ALV) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Die ALL ist Obergesellschaft des Alte Leipziger Konzerns (ALK).

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS


Grundlage des Ratings ist die starke Kapitalausstattung des Konzerns, der beständig gute Kapitalertrag der letzten Jahre sowie die starke Marktstellung im Berufsunfähigkeits- sowie Geschäft betriebliche Altersvorsoge (bAV). Weitere Schlüsselfaktoren des Ratings umfassen die geringe geographische Diversifikation, die mäßige versicherungstechnische Ertragslage der ALV der vergangenen Jahre sowie die Konzentration von Vertriebspartnern.

Fitch sieht die Eigenmittel des ALK als stark an. Die Eigenkapitalquote der ALL von 3,7% lag zum Jahresende 2012 deutlich über der des Marktes, die Fitch auf 1,8% schätzt. Die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) samt Schlussgewinnfonds (in Prozent der Deckungsrückstellung) lag im Marktschnitt.

Die Sicht der Agentur wird auch von der starken Gruppensolvabilität von 198% zum Jahresende 2012 gestützt und Fitch erwartet, dass die Gruppe die solide Kapitalausstattung zum Jahresende 2013 und 2014 aufrecht erhält.

Die Nettoverzinsung der ALL lag 2012 bei 5,4%, deutlich über dem Marktschnitt von 4,6%. Durch ihre starken Kapitalanlageergebnisse verfügt die ALL seit Jahren über einen erheblichen Puffer zwischen Kapitalertrag und Aufwendungen für den Rechnungszins. Fitch erwartet, dass sich die Nettoverzinsung 2013 auf demselben Niveau bewegen wird. Weiteren Aufwendungen für die Zinszusatzreserve werden wahrscheinlich zu Realisierung von Bewertungsreserven führen und Fitch erwartet, dass dadurch eine ansonsten niedrigere Nettoverzinsung ausgeglichen wird.

Die ALL nimmt eine starke Marktstellung im Berufsunfähigkeitsgeschäft (BU) ein. Fitch geht davon aus, dass die ALL zu den Top 10-Anbietern zu zählen ist. Zudem weist die ALL einen erheblichen Anteil an bAV-Geschäft auf, welches die starke Entwicklung des Geschäftes mit laufendem Beitrag gegen den Markttrend unterstützt.

Die Beitragseinnahmen der ALL stiegen 2012 um 12,1% an, während die Branche  einen Zuwachs von nur 1,1% verzeichnete. Fitch erwartet, dass die ALL 2013 ein marktüberdurchschnittliches Wachstum bei der laufenden Beitragseinnahme erzielt.

Fitch glaubt, dass die ALV 2012 die Wende bei der versicherungstechnischen Ertragslage nach mehreren Jahren mit schwacher Versicherungstechnik erzielt hat. Die ALV berichte 2012 eine Netto-Schaden/Kostenquote von 98,8%, die über dem Marktschnitt von 96,3% lag. Allerdings wird die durch Flut und Unwetter ungewöhnlich hohe Schadenbelastung 2013 zu einer schwächeren Netto-Schaden-/Kostenquote von mehr als 100% führen.

RATINGSENSITIVITÄTEN


Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich. Schlüsselfaktoren für eine Heraufstufung des Ratings umfassen deutlich gestiegene Unternehmensgröße und Geschäftsvolumen sowie verbesserte Diversifikation unter Beibehaltung der starken Kapitalausstattung.

Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung umfassen eine erheblich rückläufige Kapitalausstattung (die sich zum Beispiel an einer - nicht nur vorübergehenden -  Konzernsolvabilität von unter 160% zeigen kann) sowie den Verlust der starken Marktstellung im BU- oder bAV-Geschäft.

Der ALK vereinnahmte 2012 gebuchte Bruttobeiträge von 2,2 Mrd. Euro. Der ALK wies zum Jahresende 2012 eine Bilanzsumme von 20,5 Mrd. Euro aus. Er bildet mit der Hallesche Krankenversicherung einen Gleichordnungskonzern und bietet außerdem auch Bauspar- und Investmentgeschäft an.