Fitch Rating: Alte Leipziger

Fitch bestätigt ‘A+’-Finanzstärkerating der Alte Leipziger – Ausblick stabil

London/Frankfurt, 21.05.2014 – Fitch Ratings hat das ‚A+’-Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) der ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit (ALL) und der ALTE LEIPZIGER Versicherung Aktiengesellschaft (ALV) bestätigt. Der Ausblick der Ratings ist stabil. Die ALL ist Obergesellschaft des Alte Leipziger Konzerns (ALK).

SCHLÜSSELFAKTOREN DES RATINGS

Grundlage des Ratings ist die starke Kapitalausstattung des Konzerns, der fortlaufend gute Kapitalertrag sowie die nachhaltige Marktstellung im Berufsunfähigkeits- sowie bAV-Geschäft. Dem stehen als weitere Schlüsselfaktoren des Ratings die geringe geographische Diversifikation der Gruppe, das marktüberdurchschnittliche Risiko aus Aktieninvestments sowie das derzeitige schwierige operative Umfeld für die deutsche Lebensversicherung entgegen.

Fitch sieht die Eigenmittel des ALK als stark an. Mit 3,9% zum Jahresende 2013 (2012: 3,7%) lag die Eigenkapitalquote der ALL deutlich über der des Marktes, die Fitch auf 1,8% (2012: 1,7%) schätzt. Die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung (freie RfB) samt Schlussgewinnfonds (in % der Deckungsrückstellung) lag im Marktschnitt.

Die Sicht der Agentur wird auch von der starken Gruppensolvabilität von 217% zum Jahresende 2013 (2012: 198%) gestützt und Fitch erwartet, dass die Gruppe die solide Kapitalausstattung 2014 aufrecht erhalten wird.

Die Nettoverzinsung der ALL lag 2013 bei 5,5% (2012: 5,4%), deutlich über der Schätzung von Fitch für den Markt von 4,7% (2012: 4,6%). Aufgrund ihrer starken Kapitalanlageergebnisse verfügt die ALL seit Jahren über einen erheblichen Puffer zwischen Kapitalertrag und den Aufwendungen für den Rechnungszins.

Fitch erwartet, dass die Kapitalerträge der ALL 2014 rückläufig sein werden, weil der Kapitalertrag 2013 von Realisierungen aus festverzinslichen Kapitalanlagen sowie Wertzuwächsen im Aktienportfolio erheblich unterstützt wurde. Allerdings können die weiteren Kosten für die Zinszusatzreserve zu weiteren außerordentlichen Kapitalerträgen aus festverzinslichen Wertpapieren führen, sollte das Niedrigzinsumfeld weiter Bestand haben.

Die ALL nimmt eine starke Marktstellung im Berufsunfähigkeitsgeschäft ein. Fitch geht davon aus, dass die ALL zu den Top 10-Anbietern zu zählen ist. Zudem weist die ALL einen erheblichen Anteil an bAV-Geschäft auf, welches die starke Entwicklung des Geschäftes mit laufendem Beitrag gegen den Markttrend unterstützt.

Die Beitragseinnahmen der ALL stiegen 2013 um 5,9% (2012: 12,1%) an, während Fitch für die Branche nur einen Anstieg von 3,8% (2012: 1,1%) erwartet. Obwohl der ALL 2013 ein Rückgang von 3,8% im Neugeschäft (nach Annual Premium Equivalent [APE], laufender Beitrag + 1/10 Einmalbeitrag) widerfuhr, stieg die Beitragseinnahme aus laufenden Prämien um 7,9% an. Fitch geht davon aus, dass das Neugeschäft des Marktes 2013 um 6% rückläufig und die Beitragseinnahme aus laufenden Prämien stabil gewesen ist. Von der ALL wird erwartet, dass sie auch 2014 ein marktüberdurchschnittliches Wachstum bei der laufenden Beitragseinnahme erzielt.

Der ALK vertreibt seine Produkte ausschließlich in Deutschland, so dass die geographische Diversifikation eingeschränkt ist. Fitch zieht in Erwägung, dass der Fokus auf den Heimatmarkt typisch für einen mittelgroßen Konzern wie den ALK ist. Fitch sieht das Risiko aus Kapitalanlagen in Aktien für den ALK im Marktvergleich zu deutschen Erstversicherern als höher an. Zum Jahresende 2013 lag die Aktienquote des ALK deutlich über dem Marktschnitt von 3%.

Die ALV erzielte 2013 eine Netto-Schaden/Kostenquote von 99,8% (2012: 98,8%). Trotzdem glaubt Fitch, dass sich die längerfristige versicherungstechnische Ertragslage der ALV 2013 verbessert hat. Deutschland verzeichnete 2013 eine  außergewöhnlich hohe Schadenbelastung aus Naturkatastrophen. Fitch geht davon aus, dass die Netto-Schaden/Kostenquote 2013 um annähernd 3% auf 99% (2012: 96,3%) angestiegen ist. Von der ALV wird erwartet, dass sie in diesem Jahr ihre  versicherungstechnische Ertragslage beibehält und eine Netto-Schaden-/Kostenquote von 99% oder weniger erzielt.

RATINGSENSITIVITÄTEN

Eine Heraufstufung des Ratings ist kurz- bis mittelfristig unwahrscheinlich, es sei denn, dass die Gruppe deutlich gestiegene Unternehmensgröße und Geschäftsvolumen sowie verbesserte Diversifikation unter Beibehaltung der starken Kapitalausstattung erreichen würde.

Schlüsselfaktoren für eine Herabstufung umfassen eine erheblich rückläufige Kapitalausstattung (die sich zum Beispiel an einer – nicht nur vorübergehenden –  Konzernsolvabilität von unter 160% zeigen kann) sowie den Verlust der starken Marktstellung im BU- oder bAV-Geschäft.

Der ALK vereinnahmte 2013 gebuchte Bruttobeiträge von 2,3 Mrd. Euro (2012: 2,2 Mrd. Euro) und wies zum Jahresende eine Bilanzsumme von 21,6 Mrd. Euro aus (2012: 20,5 Mrd. Euro). Er bildet mit der Hallesche Krankenversicherung einen Gleichordnungskonzern und bietet außerdem auch Bauspar- und Investmentgeschäft an.

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