Die Ratings von S&P, Fitch oder A.M. Best sind das Fundament jeder seriösen Versicherungsanalyse. Sie geben Auskunft über die **Finanzstärke** – die Fähigkeit eines Unternehmens, seine Verpflichtungen auch in Krisenzeiten zu erfüllen. Doch für den Endkunden ist die Finanzstärke nur eine Seite der Medaille. Was nützt das beste Rating, wenn der Service schlecht ist, die Vertragsbedingungen unverständlich oder die Schadensregulierung schleppend?
Hier kommt der Rating-Mix ins Spiel: die Kombination aus internationalen Finanz-Ratings und nationalen, verbraucherorientierten Service-Ratings. V.a. diese Mischung liefert ein vollständiges Bild der Qualität eines Versicherers.
Der Fokus der internationalen Agenturen: Die Bilanz
Internationale Agenturen wie S&P und Fitch bewerten primär die Kreditwürdigkeit und die Kapitalausstattung eines Versicherers. Ihr Hauptfokus liegt auf quantitativen Kennzahlen wie:
- Kapitaladäquanz (Solvenzquote)
- Anlageportfolio und Risikomanagement
- Profitabilität und Ertragsentwicklung
- Größe und Diversifikation des Geschäfts
Diese Ratings sind für Investoren und Rückversicherer essenziell. Sie beantworten die Frage: „Kann das Unternehmen seine Schulden bezahlen?“ Sie sind ein Indikator für die Sicherheit, aber sie sagen wenig über die Kundenzufriedenheit aus.
Der Fokus der nationalen Agenturen: Der Kunde
In Deutschland gibt es spezialisierte Ratingagenturen wie Assekurata oder Analysehäuser wie Morgen & Morgen, die einen dezidiert verbraucherorientierten Ansatz verfolgen. Ihr Fokus liegt auf qualitativen und kundennahen Aspekten, die in den internationalen Ratings oft vernachlässigt werden:
| Rating-Typ | Beispiele | Bewertungsfokus | Wichtige Frage |
|---|---|---|---|
| Finanz-Rating (International) | S&P, Fitch, A.M. Best | Kapital, Bilanz, Risikomanagement | Kann der Versicherer zahlen? |
| Service-Rating (National) | Assekurata, Morgen & Morgen | Kundenorientierung, Vertragsbedingungen, Schadensregulierung | Will der Versicherer zahlen? Wie schnell und fair? |
Assekurata beispielsweise kombiniert in ihrem Unternehmensrating die Finanzstärke mit der **Kundenorientierung**. Sie bewerten, wie transparent ein Unternehmen kommuniziert, wie schnell es Schäden reguliert und wie fair die Vertragsbedingungen sind. Ein Top-Finanz-Rating nützt dem Kunden wenig, wenn er im Schadensfall monatelang auf sein Geld warten muss oder die Hotline nicht erreichbar ist.
Die perfekte Kombination für den deutschen Markt
Für den deutschen Versicherungsnehmer ist der ideale Weg der Rating-Mix:
- Basis-Check (Finanzstärke): Prüfen Sie das internationale Rating (z.B. S&P oder Fitch). Ein Rating im A-Spektrum oder besser signalisiert eine hohe Sicherheit und sollte die Mindestanforderung sein. Nutzen Sie hierfür unseren Artikel: Der Rating-Übersetzer (siehe unten in den Referenzen), um die Noten korrekt einzuordnen.
- Fein-Check (Servicequalität): Prüfen Sie zusätzlich die nationalen Service-Ratings. Ein Versicherer, der sowohl bei S&P ein „AA“ als auch bei Assekurata ein „Exzellent“ für Kundenorientierung erhält, ist die beste Wahl.
Ein Versicherer, der nur im internationalen Rating glänzt, aber bei der Kundenorientierung schwächelt, ist zwar sicher, aber möglicherweise frustrierend im Alltag. Ein Versicherer mit Top-Service, aber schwachem Finanz-Rating, mag freundlich sein, könnte aber in der nächsten Krise Probleme bekommen.
Fazit: Sicherheit und Zufriedenheit Hand in Hand
Der Rating-Mix stellt sicher, dass Sie nicht nur einen finanziell stabilen, sondern auch einen kundenfreundlichen Partner wählen. In einem Markt, der von langfristigen Verträgen geprägt ist, ist die Kombination aus **hoher Finanzkraft** (bestätigt durch internationale Ratings) und **exzellentem Service** (bestätigt durch nationale Ratings) der Schlüssel zu einer sorgenfreien Absicherung.
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